Nationalgalerie Prag – Sternberg-Palais (Šternberský palác)

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Das Sternberg-Palais am Hradschiner Platz (Hradčanské náměstí) gehört zu den bedeutendsten Werken der Weltarchitektur des beginnenden Hochbarocks in Böhmen. In den Räumlichkeiten des Palais werden im Rahmen der ständigen Exposition Meisterwerke aus den Sammlungen der Nationalgalerie Prag gezeigt. Auch Musikkonzerte werden hier veranstaltet.

Beschreibung des Objekts

Die Geschichte der Bauwerke

Palais Sternberg – Hradschin – Nationalgalerie in Prag

In der Nähe der Prager Burg liegen viele wunderschöne Palais. Alle Adeligen haben sich bemüht, ihre Residenz in der Nähe der Burg zu erbauen, wodurch der einzigartige Hradschin-Platz entstand, auf dem kein Bürgerhaus, sondern ausschließlich nur prächtige und prunkhafte Palais liegen. Etwas auf der Seite über dem Hirschgraben ragt das Stadtgartenpalais empor, das nach dem Jahr 1698 Wenzel Adalbert von Sternberg bauen ließ. Der Bau ist eines der bedeutendsten Werke der weltlichen Architektur des bevorstehenden Hochbarocks in Böhmen. Der Projektant ist nicht genau bekannt, als Autor des Originalprojekts wird der Wiener Architekt Domenico Martinelli, als Autoren des neuen fertig gestellten Projekt werden am häufigsten Giovanni Battista Alliprandi und Johann Blasius Santini-Aichl erwähnt, manche Quellen geben auch Christoph Dientzenhofer an, in Frage hätte vielleicht auch Johann Bernhard Fischer von Erlach kommen können. Das bedeutende Objekt wurde an der Stelle einer älteren Gotik- und Renaissanceverbauung aufgebaut, wo sich Ende des 16. Jahrhunderts das Renaissancepalais von Christoph Popel von Lobkowitz befand. Das zweigeschossige Palais hat vier fast den gesamten quadratischen Hof mit einer zylindrischen Front umgebende Flügel, auslaufend in einen nicht großen Garten an der Westseite des Palais. Die kreisförmige Frontseite übertrifft mit ihrer Höhe das Dach des Palaisflügels. Den Eingang ins Gebäude bildet eine Durchfahrt, die einen Teil des alten Wegs zwischen dem Hradschinplatz und dem Hirschgraben kopiert und an die das ovale Vestibül anschließt. Von hier kommt man zur monumentalen vierflügeligen Säulentreppe, die durch alle Stockwerke des Gebäudes führt. Zum ersten Mal wurde hier beim Aufbau ein neues von der französischen Architektur übernommenes Element angewandt – das malerische Mansardendach. Dekorativ reicher sind die Innenfassaden der vier in den Hof gewandten Flügel. Die Fenster der zweiten Etage verzieren Medaillons mit Köpfen der römischen Imperatoren und die Reliefabbildung der Heraklessage (Kämpfe mit dem Kretischen Stier, der Hydra von Lerna, dem Löwen von Nemea und dem Riesen Antäus). In der Mitte des Vorhofs steht seit 1947 eine monumentale Bronzestatue eines Löwen, der eine Königsschlange kaputt macht, deren Autor der Franzose Antoin-Louis Bary ist. Der Südflügel blieb in der Barockzeit unvollendet. Erst in den Jahren 1835 – 1842 realisierte Jan Novotný seine Fertigstellung. Damals entstand auch die neubarocke vordere Eintrittsseite. Der Bestandteil der Endphase war auch die Gestaltung des großen Saals in der zweiten Etage dieses Flügels.

Der hervorragenden Palastarchitektur entspricht auch seine Innenausschmückung. Die Stuckaturen in den Sälen der zweiten Etage führte Giuseppe Donato Frisoni durch, die ovalen Spiegel an den Decken zweier Säle füllte Michael Wenzel Halbax durch ein Gemälde aus, das den Selbstmord der karthagischen Königin und die trauernde Artemisia, die Herrscherin von Halikarnassos, darstellt, die die Asche aus dem Körper ihres gestorbenen Mannes Mausolos in den Becher hinzufügt. Im Nachbarsaal ist ein Gemälde mit einer mythologischen Huldigungsszene, vielleicht von Matthias Nettel. Die Decken des Chinesischen und Antiken Kabinetts bemalte mit den das Sternberg-Wappen feiernden Allegorien Johann Rudolph Byss. Den ovalen Chinesischen Salon schmückte mit seinen Chinoiserien Jan Václav Kratochvíl, die prachtvolle kunsthandwerkliche Arbeit an den Wänden ist im Reliefgold auf einem lackierten Untergrund ausgeführt. In der ersten Etage des Gebäudes waren Gemälde mit Planeten, Weltteilen und Porträten bedeutender Persönlichkeiten, z.B. Christoph Kolumbus, die heutzutage abgedeckt sind.

Einer der Erben verkaufte das Palais im Jahre 1811 an die Gesellschaft der patriotischen Kunstfreunde, die die neulich gestiftete öffentliche Gemäldegalerie vom Černín-Palais hierher umzog, das ins Kriegslazarett umgewandelt wurde. Vom 1821 bis 1847 wurde das Palais dem Nationalmuseum vermietet. Damals arbeiteten hier Pioniere der tschechischen Wissenschaft, z.B. Pavel Josef Šafařík oder der Botaniker Karel B. Presl und der Archivar Václav Hanka wohnte hier sogar kurz, genauso wie der Maler Antonín Mánes. Das Sternberg-Palais lag damals außerhalb des Stadtzentrums und war für öffentliche Sammlungen nicht geeignet, deshalb hat es die Gesellschaft der patriotischen Kunstfreunde im Jahre 1871 verkauft. Ein Jahr später errichtete hier der Frauen- und Mädchenverband der Hl. Anna ein Heim für Schwachsinnige, das zu Ehren der Vorsitzenden und Mäzenin Ernestina Auersperg Ernestinum genannt wurde. Als die Anstalt im Jahre 1918 Prag verließ, war im Palais die Militärschule für höhere Staboffiziere. Während des Protektorats waren hier die Regierungsarmee und seit 1945 die Kaserne der Burgwache ansässig. In den Jahren 1946 – 1948 wurde das Gebäude für Sammlungen der Nationalgalerie umgestaltet, die hier im Anschluss daran ihre erste Exposition installierte.

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