Nationalmuseum Národní muzeum

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Das Nationalmuseum ist das größte Museum der Tschechischen Republik mit sammlungsschaffender, wissenschaftlicher, pädagogischer und methodischer Funktion. Es setzt sich aus fünf fachspezifischen und bis zu einem gewissen Maß eigenständigen Institutionen zusammen: Naturwissenschaftliches Museum, Historisches Museum, Tschechisches Museum der Musik, Náprstek-Museum asiatischer, afrikanischer und amerikanischer Kulturen und die Bücherei des Nationalmuseums. Jedes von ihnen hat noch einige spezialisierte Abteilungen und Sammlungen, die insgesamt mehr als dreizehn Millionen Gegenstände umfassen. Ihr Sammeln und Aufbewahren trägt zum Verständnis der Welt bei und ermöglicht die Weitergabe von kulturellen Werten von Generation zu Generation. Die gewonnenen Erkenntnisse werden weiters nicht nur in Fachpublikationen präsentiert, sondern vor allem mittels Expositionen, Ausstellungen und in begleitenden Bildungsprogrammen für die breite Öffentlichkeit.

Beschreibung des Objekts

Die Geschichte der Bauwerke

Die Gründung des Nationalmuseums ging der Gründung der Böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften im J. 1789 voraus. Das Nationalmuseum selbst, das die älteste und größte Museumsinstitution in der Tschechischen Republik ist, wurde unter dem Titel ’’Das Vaterländische Museum’’ in 1818 durch sog. Galaproklamation des Landesadels gegründet, angeführt von Kaspar Graf von Sternberg, einem der wesentlichen Mineralogen und Paläontologen, der dem Museum seine Mineraliensammlung geschenkt hatte. Er wurde auch zum Vorsitzenden der Gesellschaft des Vaterländischen Museums in Böhmen, die 1820 gegründet wurde. Diese wurde zur Eigentuemerin und Verwalterin der Sammlungen des Museums und organisierte die Museumsarbeit. Das Museum hatte zunächst ein eigenes Gebäude, so waren die ersten Sammlungen von Spenden aus privaten Sammlungen der böhmischen Aristokraten im Jakobskloster gesammelt, später in gemieteten Räumen im Sternberg-Palais in Hradschin, seit 1845 in dem kleinen einstöckigen Nostitz-Palast Na příkopě (Am Graben), an der Stelle von der heutigen Živnobanka, platziert.

Verdienste um die Entwicklung des Museums hatten eine Reihe von prominenten Persönlichkeiten – Organisator und Geschäftsführer des Vaterländischen Museums František Palacký, Jan Evangelista Purkyně, Joachim Barrande, Josef Dobrovský, Karel Jaromir Erben und viele andere. Große Bedeutung hatte die Gründung der bis heute herausgegebenen ersten wissenschaftlichen Zeitschrift unter dem Titel Zeitschrift des Nationalmuseums (1827) und die Errichtung der Gesellschaft Matice Česká (1831), des Verlags für grundlegende Werke der tschechischen Wissenschaft und Literatur.

Seit 1922 traegt das Museum seinen heutigen Namen. Im Jahr 1934 wurde es in den Besitz und die Verwaltung des Landes übertragen, 1949 ins staatliche Eigentum überführt. Zu dieser Zeit waren die Sammlungen vor allem naturwissenschaftlich orientiert. František Palacký und andere junge Patrioten haben sich um Erweiterung der Sammlungen auf historische und um Spezialisierung auf kulturelle und wissenschaftliche Gebiete verdient gemacht. Das Wachstum der Sammlungen benoetigte aber immer mehr Platzt. Während des Abrisses der Stadtmauer um die Neustadt herum war es Dr. Ladislav Rieger gelungen zu erreichen, dass der Stadtrat ein Grundstück nach der abgerissenen Pferdepforte für den Neubau des Museums spendete. Im J. 1883 kündigte der Landesausschuss einen Projektwettbewerb für einen Neubau auf einer Fläche von 13.500 Quadratmetern. Der erste Preis wurde vom Architekten Josef Schulz gewonnen, der auch mit der Bauführung beauftragt wurde. In den Jahren 1885 – 1890 erbaute er das geräumige Neo-Renaissance-Gebäude mit einem finanziellen Aufwand von 1.935.000 Gulden. Der Grundriss ist ein regelmäßiges Rechteck mit den Seitenlängen von 104 und 74 m, der höchste Punkt des Gebäudes befindet sich 70 m hoch über der Rampe. Vom Brunnen bis zum Turm führen 338 Treppen. Es gibt dort insgesamt mehr als dreieinhalb tausend Türen und 562 Fenster. Das Gebäude verfügt über zwei rechteckige, vom Mitteltrakt getrennte Höfe. Die vier Ecken sind mit viereckigen Türmen mit Kuppeln verziert. Über dem zentralen Teil der Hauptfassade erhebt sich der Hauptturm mit einer Kuppel und Laterne.

Am Ende März 1891 wurde die Installierung der Sammlungen abgeschlossen und am 18. Mai 1891 wurde das Museum eingeweiht. Die Dekoration des Museums von den bedeutendsten Künstler im J. 1903 fertiggestellt. Der Brunnen unter der Eingangstreppe stammt aus dem J. 1892. Aus dem Löwenmaul fließt Wasser in den Marmor-Trog und weiter in Marmorbecken. Vor dem Hintergrund des Brunnens befinden sich oberhalb der Rampe vor dem Haupteingang allegorische Statuen: Čechie (Tschechien) mit der Krone des hl. Wenzels, Moldau und Elbe an den Seiten, in der Nähe ist Mähren als ein Mädchen mit Ähren und Schlesien als ein Junge mit einem Weberschützen (von Antonín Wagner) dargestellt. Auf den Seiten des Eingangs zum Gebäude sitzen zwei Figuren: Geschichte und Literatur, sowie Wissenschaft (von Josef Mauder). Die Reliefplatten unter der Inschrift Museum regni Bohemiae auf der Vorderseite, auch von Antonín Wagner, stellen die Gründung des Zbraslaver Klosters durch dem König Wenzel II., die Gründung der Karlsuniversität durch Karl IV. und den Kaiser Rudolf II. in einem Kreis von Gelehrten dar. Die allegorische Gruppen Hingabe, Begeisterung, Liebe zur Wahrheit und Liebe zur Vergangenheit auf den Ecksäulen sind von Bohuslav Schnirch. Die Eingangshalle mit Säulen ist mit Bronzestatuen der Libuše, Přemysl des Pflügers, des hl. Wenzels und des Přemysl Ottokars II. vom berühmten Münchner Bildhauer Ludwig Schwanthaler verziert. Seine übrige Figuren befinden sich auf der Museumstreppe im Mittelflügel des Gebäudes: Elisabeth von Böhmen, Georg von Podiebrad, Arnošt von Pardubice und Bohuslav Hasištejnský von Lobkowicz. Der Treppenraum ist weiter mit einer Reihe von sechzehn Büsten der Männer, die sich ums Museum verdient haben, von Antonín Popp und Bohuslav Schnirch, sowie mit Popps Medaillons der 32 Könige von Böhmen ausgestattet. An den Wänden der Flure rund um die Treppe gibt es Wandmalereien der 16 böhmischen Burgen und historischen Denkmäler von Julius Mařák und Bohuslav Dvořák. Das Pantheon von 400 m2 mit der Innen-Glaskuppel bedeckt, ist der Prunkraum des Gebäudes. Es wird für festliche Anlässe verwendet. An seinen Wänden hängen vier Bilder von bedeutenden historischen Ereignissen: Die Botschaft von Libuše und Der Heilige Methodius übersetzt die Heilige Schrift (von František Ženíšek), Die Gründung der Karlsuniversität und J. A. Comenius in Amsterdam (von Václav Brožík). Allegorien der Wissenschaft, des Fortschritts, der Kunst und der Inspiration wurden von Vojtěch Hynais gemalt. Neben den Bronzestatuen von Comenius, Palacký, Graf von Clam-Martinic und Kaspar Graf von Sternberg gibt es hier 31 Büsten der tschechischen nationalen Koryphäen von führenden Bildhauer (Antonín Popp, Bohuslav Schnirch, Ladislav Šaloun, Stanislav Sucharda, Jan Štursa, Čeněk Vosmík und andere).

Die Gesellschaft für Heimatmuseum in Böhmen (Společnost Vlasteneckého muzea v Čechách), die im Jahr 1920 gegründet wurde, hatte das Museum bis 1934 im Besitz. Nach dem Jahr 1922 trägt das Museum den heutigen Name. Im Jahr 1934 überging das Museum in Verwaltung des Landes Böhmen und im Jahr 1949 wurde es als Staatseigentum verwaltet.

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