6. 10. 2020

Herbstspaziergang durch die Prager Neustadt mit ungewöhnlichen Ausblicken auf Prag

Die Neustadt (Nové Město), ob nun in Herbstsonne gebadet oder mit Wolken bedeckt, lädt ein zu angenehmen Spaziergängen an eindrucksvollen Denkmälern voller alter Geschichten vorbei und zum Besuch von Orten mit einzigartigen romantischen Ausblicken auf die „Mutter aller Städte“.

Die Neustadt (Nové Město), ob nun in Herbstsonne gebadet oder mit Wolken bedeckt, lädt ein zu angenehmen Spaziergängen an eindrucksvollen Denkmälern voller alter Geschichten vorbei und zum Besuch von Orten mit einzigartigen romantischen Ausblicken auf die „Mutter aller Städte“.

Die Atmosphäre dieses Teils der Stadt ist spezifisch und bewahrt noch immer sein historisches Erbe. Die Stadt wurde von Kaiser Karl IV. im 14. Jahrhundert als Teil seines grandiosen Plans, das geistige und kulturelle Zentrum Europas, ein „neues Jerusalem“ in Prag, zu errichten, gegründet; und wenn wir die damaligen Stadtpläne der beiden Städte vergleichen, stellen wir fest, dass sie sich in mindestens 20 Punkten widerspiegeln.

Der entspannte Spaziergang „immer bergab“ kann bei der Metrostation I. P. Pavlova begonnen werden. Die Straße Na Bojišti entlang kommen Sie zu Ke Karlovu, wo sich ein Amerika genanntes barockes Lustschloss befindet, in dem das Antonín-Dvořák-Museum seinen Sitz hat. Das charmante Objekt umgibt ein Garten mit Statuen von Matyáš Bernard Braun. Das Museum ist täglich außer montags geöffnet. Ein leichter Spaziergang führt Sie zur Landesgeburtsklinik „u sv. Apolináře“. Das bereits aus der Ferne sichtbare Gebäude, errichtet im englischen Stil aus roten ungebleichten Branntziegeln, dient bis heute als Entbindungsanstalt. Ein Bericht über das erste hier geborene Kind erschien bereits im Jahr 1875 in den Volksblättern. Nach ein paar Schritten können Sie in das Areal der Kirche St. Maria Himmelfahrt und Kaiser Karl der Große im Karlshof (Kostel Nanebevzetí Panny Marie a sv. Karla Velikého na Karlově) eintreten. Die im 14. Jahrhundert von Karl IV. gegründete Kirche mit dem Kloster der Regularkanoniker von St. Augustinus, durchlief in ihrer Geschichte viele Umbauten. Heute hat hier das Tschechische Polizeimuseum seinen Sitz. Gleich unterhalb der Kirche befindet sich die Bastion, ein Ort mit einem einzigartigen Ausblick auf Vyšehrad und den Aussichtsturm Petřín. Die Bastion war Teil der Befestigung der Prager Neustadt. Vor kurzem wurde sie gefühlvoll in eine moderne Form adaptiert. Gehen Sie auf der Horská Straße um den Park Folimanka bis zur Straße Na Slupi. Von hier können Sie Ihren Weg nach Vyšehrad oder in Richtung des Karlsplatzes fortsetzen. Auf dem Weg treffen Sie auf den Botanischen Garten der Karlsuniversität in Prag (Botanická zahrada Univerzity Karlovy v Praze). Klein in seiner Fläche hat der dennoch bedeutende Universitätsgarten mit Glashäusern und Freiluftexpositionen wirklich etwas zu bieten – ob Sie nun einen Ort zum Entspannen in einem regen Teil der Stadt suchen oder sich eine der Expositionen ansehen wollen. Leicht den Hügel hinauf die Vyšehradská Straße entlang gelangen Sie zu einer der Dominanten Prags – dem Emmauskloster (Klášter Na Slovanech/Emauzy). Seine beiden unübersehbaren schlanken Türme ragen zum Himmel und die anmutige Geometrie steht im Kontrast zu den horizontal orientierten umliegenden Gebäuden. Der moderne Charakter des Turms ist umso interessanter dadurch, dass er zu einem mittelalterlichen Gebäudekomplex gehört. Das Kloster, das im Jahr 1347 von Kaiser Karl IV. gegründet wurde, war Teil eines Systems weiterer Sakralbauten, die im Grundriss der Neustadt die Form eines Kreuzes bilden. Das Kloster sticht vor allem aufgrund seiner Fresken aus den Sechzigerjahren des 14. Jahrhunderts hervor, die Szenen aus dem Alten und Neuen Testament darstellen.

Das Prager Architekturmosaik ist unter anderem deshalb einzigartig, weil das von den Nazis besetzte Prag im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Städten im Zweiten Weltkrieg im Grunde nicht bombardiert wurde. Aber ganz ist die Stadt nicht verschont worden. Am 14. Februar 1945 wurde Prag zum Ziel eines Luftangriffs von 62 amerikanischen Bombern, die 250 Bomben über einem bewohnten Teil der Stadt abwarfen. Der Luftangriff wurde jedoch versehentlich durchgeführt; das beabsichtigte Ziel war Dresden, nichtsdestotrotz verloren die Bomber, die von einer Basis in Großbritannien abhoben, im dichten Nebel die Orientierung und die Navigation versagte ebenfalls.

Schwer beschädigt wurde auch das Emmauskloster. Das Gewölbe der Kirche stürzte zu zwei Dritteln ein, das Gebäude brannte nieder und auch der Nordturm wurde vollständig zerstört (Fotografien, die den Zustand des Klosters nach dem Luftangriff zeigen, sind im Kreuzgang des Klosters zu sehen). In den folgenden Jahren wurden umfangreiche Reparaturen durchgeführt. Eine der architektonischen Herausforderungen war die Fertigstellung der Stirnseite, die wieder zur Dominante des Neustädter Panoramas werden sollte. Den Architekturwettbewerb gewann das innovative Projekt des Architekten František Maria Černý, bei dem sich zwei Betondreiecke mit vergoldeten Spitzen kreuzen. Bei genauerer Betrachtung können Sie ein kleines Detail erkennen – einer der Türme ist etwas kleiner und subtiler. Dieses Element stammt noch aus der mittelalterlichen Kirchenarchitektur. Der massivere Turm symbolisiert das männliche Prinzip, während der schmälere und etwas kleinere das weibliche Prinzip repräsentiert. Der Bau wurde erst im Jahr 1968 fertiggestellt.

Nach ein paar Schritten eröffnet sich Ihnen der Karlsplatz (Karlovo náměstí), der größte Prager Platz mit bemerkenswerter Geschichte. Den Großteil der Fläche nimmt heute ein weitläufiger Park mit hochgewachsenen Bäumen, Blumenbeeten, Statuen und einem Brunnen ein. Auf der Nordseite wird der Platz vom gotischen Neustädter Rathaus (Novoměstská radnice) dominiert; das Gebäude hat eine bewegte Geschichte hinter sich – unter anderem fand hier im Jahr 1419 der Erste Prager Fenstersturz statt, der zum Beginn der Hussitenkriege führte. Vom Rathausturm aus herrscht ein schöner Ausblick auf die Stadt. In der Umgebung finden wir einige bemerkenswerte Gebäude, zum Beispiel die barocke orthodoxe Kirche St. Cyrill und Method (Kostel sv. Cyrila a Metoděje) mit dem Denkmal für die Helden der Heydrichiade (Památník hrdinů heydrichiády).

Bei schönem Wetter können Sie vom Platz zur Moldau hinuntergehen und den Rest des Tages an der Náplavka (dt.: Schwemmstelle) genießen, wo regelmäßig interessante Veranstaltungen stattfinden, oder Sie brauchen nur in die Metro zu hüpfen und sich ins warme Zuhause oder zum Bahnhof bringen lassen. Nach Prag kommen Sie schließlich nicht nur einfach und bequem, sondern auch zu einem guten Preis.

Die Anwendung der Vorteile ist aufgrund der aktuellen Maßnahmen nicht möglich. Weitere Informationen und eine Übersicht über aktuelle Covid-19-Maßnahmen in Tschechien entnehmen Sie bitte dieser Webseite.